Wie hoch wird der Anteil an Speiselisch eingeschätzt, der von EU-Fischereifahrzeugen zurück ins Meer geworfen wird, weil er zurzeit des Fangs unverkäuflich ist oder weil die entsprechende Fangquote für die Fischart bereits ausgeschöpft wurde oder weil der Schiffslagerplatz für höherpreisige Arten genutzt werden soll?
Ungenutzte Rückwürfe (Discards) von Fanganteilen auf Fischereifahrzeugen entstehen, weil
• sie generell nicht zu vermarkten sind,
• sie untermaßig sind,
• für sie in gemischten Fischereien keine Quote mehr zur Verfügung steht,
• andere Fanganteile wertvoller sind (High-grading wegen z. B. Frische, Preis).
Die Gründe und das Ausmaß der ungenutzten Rückwürfe variieren sehr stark in Abhängigkeit von den verschiedenen Fischereien, Fischereiregelungen, Fanggebieten und der Saison. Die Discards können zum Teil die angelandeten Fanganteile weit überschreiten. So führt insbesondere die Fischereiregelung jährlicher Höchstanlandungsmengen (TACs) zum Jahresende, wenn die Höchstanlandungsmengen fast ausgeschöpft sind, häufig zu Discards infolge der Aufwertung der zurückbehaltenen Fanganteile (sog. High-grading). Insbesondere wenn die Selektivität der eingesetzten Fanggeräte auch den untermaßigen Nachwuchs erfasst, sind hohe Rückwürfe zu verzeichnen.