Welchen Trend sieht die Bundesregierung in den letzten 30 Jahren hinsichtlich der mittleren Längen der Fischbestände (Scholle, Flunder, Seezunge, Kabeljau, Dorsch, Schellfisch, Rotbarsch, Schwarzer Heilbutt, Seelachs, Hering, Makrele) im Hinblick auf die Sicherung ihrer generativen Folge, und wie beurteilt die Bundesregierung unter diesen Gesichtspunkten den Erfolg technischer Maßnahmen in diesem Zeitraum, wie neue Fangtechniken oder größere Netzmaschen?
Bei den allermeisten Formen der Befischung werden selektiv die größeren Individuen entnommen, so dass die mittlere Größe im Bestand zunächst zurückgeht, wodurch gleichzeitig die Produktivität des Bestandes erhöht wird (große Fische haben kaum noch Gewichtszuwachs). Ein beständiger negativer Trend bei entwickelter Fischerei sollte dagegen eine Warnung sein, sagt aber allein noch nichts über die Nachhaltigkeit der Fischerei aus. Die im Folgenden angeführten Angaben zu den einzelnen Beständen stammen überwiegend aus den Berichten der mit den Bestandsabschätzungen befassten internationalen Arbeitsgruppen des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES), beruhend auf zusammengefassten Daten aus den internationalen Anlandungen. Da diese Quellen in der Regel keine mittleren Längen angeben, werden hier stattdessen die mittleren Gewichte verwendet, die von der Tendenz her dieselben Aussagen liefern sollten.
Der in der Anfrage geforderte 30-Jahres-Zeitraum konnte nicht streng eingehalten werden, da die verfügbaren Zeitreihen unterschiedlich lang sind.
Neben der selektiven fischereilichen Sterblichkeit wirken immer die mengenmäßig stark schwankenden Nachwuchsjahrgänge auf die mittleren Größen ein (mehr jüngere Fische reduzieren die mittlere Größe). Besonders in der Ostsee zeigen sich auch Einflüsse des Nahrungsangebots auf die Größen. Besonders in den arktischen Breiten um Grönland hat die Wassertemperatur einen dominanten Einfluss auf das Wachstum und somit auf die Größenstruktur der Bestände. Fischereibedingte Entwicklungen können dadurch verdeckt werden. Negative Trends können hier am ehesten für Seezunge und vielleicht Heilbutt, ein positiver Trend beim Seelachs ausgemacht werden. Der Nachweis der Effekte einzelner technischer Maßnahmen wie Maschengröße oder Schließungsgebiete auf die Fischgrößen ist wegen der natürlich bedingten Wachstumsveränderungen erschwert.
Der Bestand an Elterntieren, gemessen in Biomasse, ist ein entscheidendes Kriterium in der Bestandsbewertung. Bei den hier betrachteten Beständen ist bisher nicht nachgewiesen, dass das Größenspektrum kritisch für die Reproduktionsfähigkeit ist. Der direkte Zusammenhang zwischen dem Rekrutierungserfolg und der Größenzusammensetzung des Laicherbestandes ist nur in Einzelfällen nachgewiesen worden.
Die Auswirkungen auf die Bestandsstruktur bzw. -entwicklung durch die Einführung neuer technischer Maßnahmen, wie die des BACOMA-Netzes in der Dorschfischerei im Jahr 2001 bzw. die Erhöhung der Dorsch-Mindestanlandelänge von 35 auf 38 cm im Jahr 2003, konnte bisher aufgrund noch unzureichender Datengrundlage nicht evaluiert werden.
a) Scholle Nordsee
Es zeigt sich kein durchgehender Trend in den letzten 30 Jahren. Das mittlere Gewicht war Mitte der 1980er Jahre dank starker Nachwuchsjahrgänge und wieder in den 1990er Jahren wegen eines schlechteren Wachstums niedrig. Aktuell sind die Werte niedrig bei höchstens durchschnittlichem Nachwuchs.
b) Flunder Ostsee
Es gibt keinen Trend bei der Flunder in der südlichen Ostsee.
c) Seezunge Nordsee
Der Trend in den letzten 30 Jahren ist abnehmend, u. a. wegen Verringerung des Wachstums, mit leichten Auswirkungen guter Nachwuchsjahrgänge in den 1980er Jahren und 1996. Die aktuellen Werte sind stabil.
d) Kabeljau Nordsee
Der Kabeljau in der Nordsee weist zwei unterschiedliche Trendlinien für die mittleren Gewichte auf. Bis Ende der 1980er Jahre ist dieser Trend rückläufig; die mittleren Gewichte nehmen deutlich ab, und zwar von annähernd 2 000 g zu Beginn der Zeitserie auf fast l 000 g gegen Ende der 1980er Jahre. Diese Jahre verdeutlichen die starke Zunahme des Bestandes in der Nordsee. Seitdem schwanken die Gewichte zwischen diesem Wert um etwa l 500 g. Über den Zeitraum seit 1990 gesehen deutet sich ein leichter Trend zu höheren Gewichten an, wobei vor allem die letzten zwei Jahre auffallen. Hier findet wahrscheinlich der geringe Nachwuchs der letzten 10 Jahre seinen Niederschlag.
e) Dorsch Ostsee
Bei beiden Dorschbeständen der Ostsee lässt sich eine Zunahme der mittleren Gewichte feststellen, teils erklärbar durch das Ausbleiben von starken Nachwuchsjahrgängen. Die niedrigsten mittleren Gewichte wurden bei beiden Dorschbeständen bei größter Bestandsstärke und starken Nachwuchsjahrgängen am Anfang der Zeitserie in den 1970er Jahren bestimmt. Daher kommt als weitere Ursache für diese Entwicklung auch die in Abhängigkeit von der Bestandsstärke veränderte Nahrungskonkurrenz in Betracht.
f) Schellfisch Nordsee
Der Schellfisch in der Nordsee zeigt bezüglich der mittleren Gewichte eine recht einheitliche Bandbreite bis Mitte der 1980er Jahre. Die mittleren Gewichte schwanken hauptsächlich zwischen 150 und 250 g. Die Gewichte der Fische während der zweiten Hälfte der 1980er Jahre liegt zumeist über diesen Werten, fallen dann aber wieder auf das gewohnte Maß zurück. In den letzten vier Jahren steigt der Trend aber deutlich an und erreicht zuvor nicht gekannte mittlere Gewichte. Das zeigt die Dominanz des starken Jahrgangs 1999 bei anschließend nur noch schwachem Nachwuchs.
g) Rotbarsch Nordatlantik
Die mittleren Längen der Bankrotbarsche und Tiefseerotbarsche auf den Kontinentalgebieten um Island und Grönland haben in den letzten 3 Jahrzehnten leicht abgenommen. Dieser Trend ist zum Teil auf eine selektive Entnahme großer Tiere durch die Fischerei, aber auch auf das vermehrte (unregelmäßige) Auftreten von Jungtieren zurückzuführen. Um die Färöer-Inseln kommen fast ausschließlich größere Rotbarsche vor, die in den letzten 10 Jahren keine Trends in den mittleren Längen zeigten. Vor Norwegen haben die mittleren Längen der Rotbarsche in den letzten 20 Jahren leicht zugenommen, da nur einige wenige starke Jahrgänge zu verzeichnen waren und in den letzten 10 Jahren eine sehr geringe oder keine gezielte Fischerei auf diesen Bestand stattfand. Durch die Einführung von Sortiergittern in den Fanggeschirren der Bodenfischerei auf Kabeljau und Tiefseegarnelen (1993 vor Norwegen, 2000 vor Grönland) sollten die Beifänge an juvenilem Rotbarsch reduziert werden. Vor Ostgrönland wurde 1981 ein Gebiet zum Schutz eines wichtigen Aufwuchsgebietes der Rotbarsche eingeführt. Die genauen Auswirkungen dieser technischen Maßnahmen auf die Bestandsgrößen der Rotbarscharten sind unbekannt.
h) Schwarzer Heilbutt Nordatlantik
Die Heterogenität des Bestandes für den Schwarzen Heilbutt liefert auch für die Bestimmung der mittleren Größe (hier als mittleres Fanggewicht) kein einheitliches Bild. Die für die Modellierung des Gesamtbestandes zugrunde gelegten Daten beinhalten Unterpopulationen sowohl aus den warmen (Färöer) als auch den kälteren Meeresgebieten (Grönland) des Nordatlantiks, die aber nachträglich nicht aufgetrennt werden können.
Die Daten aus der deutschen Trawlerfischerei und aus dem Survey des Instituts für Seefischerei betreffen nur Ostgrönland. Zudem ist bei den wissenschaftlichen Survey-Daten einschränkend zu vermerken, dass die Methodik (Netzspezifikation etc.) deutlich anders ist als in der kommerziellen Fischerei. Die Durchschnittsgröße nimmt im Modell nur leicht ab. Der Trend für Grönland ist stärker; es deutet sich aber auch eine Trendwende für die letzten Jahre an, die auch mit der ab ca. 1990 eingesetzten Erwärmung des Bodenwassers bei Grönland zusammenhängen könnte.
i) Seelachs Nordsee und angrenzende Gebiete
Die mittleren Gewichte des Seelachses in der Nordsee sowie Teilen des Gebietes westlich von Schottland sind seit Mitte der 1980er Jahre relativ einheitlich und leicht ansteigend, bei auch stabilen Anlandungen. Davor sind sie relativ stetig angestiegen. Der wesentliche Abfall in den mittleren Gewichten erfolgte während der Jahre 1980-1985, als auch die Anlandungen vorübergehend angestiegen waren.
j) Hering Nord- und Ostsee
Für den Heringsbestand in der Nordsee ist kein deutlicher Trend in der Entwicklung der mittleren Gewichte sichtbar. Allerdings weisen die letzten Jahre deutlich höhere mittlere Gewichte auf als die weiter zurückliegenden. Dies erklärt sich vor dem Hintergrund der schlechten Nachwuchsjahrgänge, die gegenwärtig in den Heringsbeständen der Nordsee vorzufinden sind. Bedingt durch den relativ hohen Anteil älterer Tiere am Gesamtbestand verschieben sich die mittleren Gewichte nach oben.
Entgegengesetzt zum Ostseedorsch zeigen die mittleren Gewichte der Ostseeheringe einen gleichsinnigen Verlauf mit der Bestandsgröße, d. h. bei abnehmender Bestands stärke ist auch eine Abnahme der mittleren Gewichte zu beobachten. Als Ursache werden komplexe Veränderungen im Nahrungsnetz, die zur Reduktion einer wesentlichen Nahrungskomponente des Herings geführt haben, diskutiert. Seit Ende der 90er Jahre haben sich beim Heringsbestand der zentralen Ostsee die mittleren Gewichte jedoch bei relativ niedriger Bestandsstärke stabilisiert.
k) Makrele Nordostatlantik
Die mittleren Gewichte der Makrelen im Nordostatlantik (Nordsee eingeschlossen) variieren relativ gering. Nur die Jahre 1983 sowie 2000 und 2002 weichen etwas stärker von der Norm ab. Dies ist nicht in allen Fällen durch Einzelereignisse zu erklären, sondern kann mehrere Ursachen haben. Der Jahrgang 2001 ist aber sehr ausgeprägt. Diese juvenilen Fische wurden 2002 erstmal in der Probennahme erfasst und tragen wesentlich zum Rückgang des mittleren Fischgewichtes im Jahre 2002 bei.
FAQ
FAQ
| Wie steht die Bundesregierung zur Notwendigkeit eines internationalen Abkommens zum Schutz bedrohter Haipopulationen? |
| Wie steht die Bundesregierung zur Forderung von Umweltorganisationen wie Greenpeace, die umweltzerstörende Grundschleppnetzfischerei auf der Hohen See zu verbieten, bei der nach Angaben der Organisation gegenwärtig weltweit pro Sekunde eine Meeresbodenfläche in der Größe von rund 148 Fußballfeldern umgepflügt wird? |
| In welcher Form ist die Bundesrepublik Deutschland an den internationalen Abkommen beteiligt, und wie ist der Stand der Umsetzung durch die Bundesregierung? |
| Welche Initiativen unternimmt die Bundesregierung innerhalb des OSPAR-Prozesses, damit die Einleitung radioaktiver Stoffe in die Nordsee und den Nordostatlantik reduziert wird? |
| Zustand kommerziell genutzter Bestände in ihren Hauptfanggebieten: Flunder |
| Zustand kommerziell genutzter Bestände in ihren Hauptfanggebieten: Seezunge |
| Kann die Bundesregierung bestätigen, dass der kommerzielle Fischfang in den letzten fünf Jahrzehnten die Bestände großer Meeresraubfische um zirka 90 Prozent reduziert hat, und wie bewertet sie die Entwicklung der Bestände an großen Meeresraubfischen? |
| Wie hat sich in den letzten 30 Jahren das Verhältnis zwischen der Größe der Welt-Fischfangflotte und ihrer Fangerträge entwickelt? |
Welche Subventionen in welcher Höhe werden gegenwärtig in der Europäischen Union an die Fischereiflotten der Mitgliedsländer gezahlt (bitte nach Ländern auflisten)?
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| Kann die Bundesregierung Angaben von Greenpeace bestätigen, nach denen von den 3,5 Millionen weltweit eingesetzten Fischereischiffen nur etwa ein Prozent industrielle Trawler sind, die jedoch 50 bis 60 Prozent der Fangkapazität repräsentieren? |
| Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Überkapazitäten bei den Fischereiflotten weltweit und in der Europäischen Union? |
| Welche Initiativen zum Abbau der innerhalb der EU und über diese hinaus bestehenden Überkapazitäten und zur Fangflottenreduzierung unterstützt die Bundesregierung? |
| Welche Nutzungsformen sollten nach Auffassung der Bundesregierung in einem großräumigen Meeresschutzgebiet ausgeschlossen sein? |
| Welche Nutzungsformen sollten nach Auffassung der Bundesregierung in einem großräumigen Meeresschutzgebiet ausgeschlossen sein? |
| Wie beurteilt die Bundesregierung die Fortschritte in der Umsetzung der 2004 gemachten Schutzgebietsvorschläge unter den Natura 2000 Richtlinien in den deutschen ausschließlichen Wirtschaftszonen von Nord- und Ostsee? |
| Wie viel Prozent des verkauften Fisches oder verkaufter Meeresfrüchte stammen nach Kenntnis der Bundesregierung jährlich aus Aquakulturen (einschließlich Zuchtfischen in Binnenseen oder Tanks etc.) und wie viel aus Wildfängen: weltweit, in der Europäischen Union, in Deutschland? |
Welchen Einfluss hat das Klima auf die Fischfauna?
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| Zustand kommerziell genutzter Bestände in ihren Hauptfanggebieten: Scholle |
| Zustand kommerziell genutzter Bestände in ihren Hauptfanggebieten: Heilbutt |
| Gibt es aufgrund der Überfischung vieler Fischpopulationen ein Ausweichen der Fischerei auf Fischarten, die früher nicht wirtschaftlich genutzt wurden? |
| Wie bewertet die Bundesregierung das so genannte „finning", bei dem Haien für Delikatessspeisen die Flossen abgeschnitten und die Tiere wieder ins Meer geworfen werden, wo sie qualvoll verenden? |
Wie hoch wird der Anteil an Speiselisch eingeschätzt, der von EU-Fischereifahrzeugen zurück ins Meer geworfen wird, weil er zurzeit des Fangs unverkäuflich ist oder weil die entsprechende Fangquote für die Fischart bereits ausgeschöpft wurde oder weil der Schiffslagerplatz für höherpreisige Arten genutzt werden soll?
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| Welche Fortschritte und welche Erfahrungen gibt es beim Einsatz von unabhängigen, internationalen Beobachtern auf Hochseefang- und -fabrikschiffen, und wie steht die Bundesregierung zur Forderung von Umweltorganisationen, sämtliche Hochseefang- und -fabrikschiffe mit solchen Beobachtern zu besetzen? |
| Welche Erfahrungen gibt es mit satellitengestützter Überwachung (Vessel Monitoring System, VMS) der Fangschiffe zur Kontrolle der Fangschiffe? |
| Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung weltweit und in der Europäischen Union der Konzentrationsprozess der Fischereiflotten (Trend zu immer größeren, kapitalintensiveren Schiffseinheiten) entwickelt, und wie beurteilt die Bundesregierung diesen Prozess unter Berücksichtigung der Subventionspraxis? |
| Wie viele Menschen sind derzeit weltweit zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts direkt (als Fischer und/oder in der Fisch verarbeitenden Industrie) von der Fischerei abhängig? Wie viele davon insgesamt in der Europäischen Union, in den übrigen OECD-Staaten und in den Schwellen- und den Entwicklungsländern. |
| Welche Subventionen in welcher Höhe zahlt die Europäische Union an Fischereibetriebe (Gesamtsumme je Subventionsart) für die Entwicklung von selektivem, umweltschonenderem Fanggeschirr? |
| Wie steht die Bundesregierung zu der Tatsache, dass der EU-Fischereiministerrat seit Jahren die Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) ignoriert, die Kabeljau- bzw. Dorschfischerei in der Nord- und Ostsee zu schließen? |
| Fehlt nach Auffassung der Bundesregierung ein einheitliches internationales Vertragswerk, das die unterschiedlichen Interessen an den Ozeanen regelt, und hätte ein solches Vertragswerk Chancen auf politische Durchsetzbarkeit? |
| Wie hat sich nach Auffassung der Bundesregierung der Internationale Seegerichtshof mit Sitz in Hamburg bei der Regelung von Fischereistreitigkeiten und der Bewahrung der Meeresökosysteme bewährt? |
| Wie beurteilt die Bundesregierung den gegenwärtigen Stand der Schutzgebietsausweisungen unter Berücksichtigung der in internationalen Foren (OSPAR, HELCOM, CBD, WSSD) gemachten Zusagen? |
| Welche Konsequenzen für den Aufbau von Meeresschutzgebieten ergeben sich nach Ansicht der Bundesregierung aus der 8. Vertrags Staatenkonferenz der Konvention über die biologische Vielfalt, die im März 2006 in Curitiba (Brasilien) stattfand, und welche Defizite sieht die Bundesregierung diesbezüglich im Konferenzergebnis? |
| Welche Haltung hat die Bundesregierung zur harschen Kritik des SRU am EU-Kommissionsvorschlag einer Meeresstrategie-Richtlinie, nach der diese in eklatantem Widerspruch zum eigenen Anspruch stände, einen integralen, alle Verursacher umfassenden Ansatz vermissen ließe und sie somit nicht zielführend sei? |
| Untersuchungen zum Bestandsmanagement des europäischen Aals: Der Europäische Aal im Fokus von Wissenschaft und fischereilichem Management |
| Deutliches Erholungspotential des Grönlandkabeljaus. Welche Rolle spielt das Klima? |
| Was ist das EU-Projekt UNCOVER? |
| Zustand kommerziell genutzter Bestände in ihren Hauptfanggebieten: Schellfisch |
| Welche Position hat die Bundesregierung zum Fang des bereits überfischten Dornhais und dessen Verkauf auch in deutschen Geschäften unter dem Namen „Schillerlocken"? |
| Wie schätzt die Bundesregierung den Umfang der illegalen Fischerei ein: in internationalen Gewässern, in den Gewässern der Europäischen Gemeinschaft, in den ausschließlichen Wirtschaftszonen von Entwicklungshilfeländern? |
| Wie steht die Bundesregierung dazu, dass trotz eines seit 2002 bestehenden EU-Verbotes für Treibnetzfischereien, eine Flotte von über 440 Treibnetzfischern im Mittelmeer operiert und den qualvollen Tod von jährlich tausenden von Meeressäugern, Schildkröten und Seevögeln in Kauf nimmt? |
| Wie haben sich nach Auffassung der Bundesregierung Versuche bewährt, an Stelle von Fangquoten, auf denen die EU-Fischereipolitik seit Jahrzehnten aufbaut, Fangtage als Regulierungsinstrument einzusetzen, um Rückwürfe von Speisefischen ins Meer aufgrund drohender Strafzahlungen beim Überschreiten der jeweiligen Fangquote zu verhindern, und wie steht die Bundesregierung generell zum Instrument der Fangtage? |
| Hält die Bundesregierung die bestehenden Regelungen zur Hochseefischerei und zum Schutz der Fischbestände für ausreichend, und wenn nicht, welche Initiativen zu deren Ergänzung bzw. Verbesserung - z. B. verbindliche Verbote und Sanktionen, Klagerecht für Umweltverbände und nicht unmittelbar geschädigte Staaten - wird sie ergreifen? |
| Welchen ungefähren prozentualen Anteil an der Gesamtfläche des Meeres sollten nach Auffassung der Bundesregierung Meeresschutzgebiete der Nord- und Ostsee, in anderen Weltmeeren der Erde haben, und welchen Anteil machen sie gegenwärtig aus? |
| Für wie gravierend hält die Bundesregierung die Gefahren, die für die Meeresökosysteme durch die Versauerung der Weltmeere entstehen, welche durch das vom Menschen verursachte Ansteigen des Kohlendioxid-Gehaltes in der Atmosphäre verursacht wird? |
| Wie hat sich die Einleitung radioaktiver Stoffe in die Nordsee und den Nordostatlantik seit dem verbindlichen OSPAR-Beschluss von 1998 im portugiesischen Sintra entwickelt, nach dem solche Einleitungen deutlich reduziert werden sollten, und welche Anlagen welcher Länder sind für diese Entwicklung hauptverantwortlich? |
| Existieren in der Bundesrepublik Deutschland Forschungsprogramme, die sich gezielt dem Problem der Einwanderung gebietsfremder Arten widmen? |
| Welche Haltung hat die Bundesregierung zu verstärkten Aktivitäten verschiedener Länder, Fischbestände in Aquakulturen innerhalb des Meeres bzw. in Mangrovengebieten zu züchten (beispielsweise Zuchtlachse oder Schrimps), hält sie solche Zuchten für ökologisch verträglich, und wie begründet sie dies? |
| Zustand kommerziell genutzter Bestände in ihren Hauptfanggebieten: Nordseekabeljau |
| Zustand kommerziell genutzter Bestände in ihren Hauptfanggebieten: Ostseedorsch |
| Zustand kommerziell genutzter Bestände in ihren Hauptfanggebieten: Seelachs |
| Zustand kommerziell genutzter Bestände in ihren Hauptfanggebieten: Makrele |
| Wie hoch sind die jährlichen Beifänge von Walen und Delfinen? |
| Wie schätzt die Bundesregierung den Erfolg der verschiedenen internationalen Abkommen ein, den Beifang von Fischen und Meeressäugern zu minimieren? |
| Welche internationalen Abkommen existieren zur Regelung der Hochseefischerei und zum Schutz der Hochseefischbestände im Rahmen der EU, der VN und weiterer Organisationen, und welchen Grad an Verbindlichkeit besitzen diese Abkommen? |
| Wie steht die Bundesregierung zu zwei Initiativen von Greenpeace, die die Ausweisung von großflächigen Meeresschutzgebieten zum Ziel haben, in denen extraktive Nutzungsformen, wie die Fischerei, die Förderung von Öl und Gas sowie die Entnahme von Sand und Kies, ausgeschlossen sein sollen: a) in Nord- und Ostsee, in einem Vorschlag aus dem Jahr 2004 unter dem Titel „Mehr Meer", in dem nach wissenschaftlicher Analyse der Gefährdungssituation, der Nahrungsketten sowie der Nahrungsauftriebsgebiete sowie der Laichgründe und Aufzuchtsgebiete ungefähr 40 Prozent der Fläche der Nord- und Ostsee als Schutzgebiet vorgeschlagen werden, b) in 25 Gebieten auf der Hohen See, außerhalb nationaler Gerichtsbarkeiten in einem Vorschlag aus dem Jahr 2006 unter dem Titel „Roadmap to Recovery - A global network of marine reserves", worin nach ähnlicher wissenschaftlicher Analyse ungefähr 40 Prozent der Fläche der Hohen See (Bereiche außerhalb der nationalen Gerichtsbarkeiten) als Schutzgebiet vorgeschlagen werden? |
| Sieht die Bundesregierung bei der Ausweisung von Offshore-Windparks Gefahren für die Meeresumwelt, wenn ja, unter welchen Bedingungen? |
| Welche Erkenntnisse bestehen angesichts der diesjährigen extremen Algenblüte in der Ostsee sowie des massenhaften Auftretens von Quallen im Mittelmeer über die Wechselbeziehungen zwischen massiver Befischung, Überdüngung durch anthropogene Nährstoffeinträge und Meeresverschmutzung sowie Klimawandel einerseits und Phänomenen wie Algenblüte und massenhaftes Auftreten von Quallen andererseits? |
| Welche Gefahren für die Ökosysteme der Weltmeere sieht die Bundesregierung im durchschnittlichen Temperaturanstieg des Wasserkörpers der Ozeane und in der Erwärmung der Erdatmosphäre infolge des anthropogenen Treibhauseffekts sowie der damit verbundenen geänderten Strömungsverhältnisse in den Weltmeeren? |
| Gibt es auf internationaler Ebene und gibt es in der Bundesregierung Strategien, wie mit eingewanderten gebietsfremden Arten umgegangen werden soll? |
| Auf welche wesentlichen Änderungen am Kommissionsvorschlag für die Meeresstrategie-Richtlinie und an der Meeresschutzstrategie wird die Bundesregierung in den Gremien der Europäischen Union hinarbeiten, und wird sie dabei die Forderungen des SRU berücksichtigen, insbesondere danach, die Renationalisierung der Verantwortung für die Meeresschutzpolitik zu verhindern, indem von der EU für wesentliche Politikfelder, in denen sie über die zentralen Kompetenzen verfügt (z. B. Landwirtschafts- und Fischereipolitik sowie in der Seeschifffahrt) Schutzkonzepte entwickelt und in die Richtlinie integriert werden, das den Meeresschutz betreffende europäischen Umweltrecht weiterzuentwickeln, insbesondere die Wasserrahmenrichtlinie und die Nitratrichtlinie, - die europäischen Handlungsebenen mit den internationalen Konventionen zum Schutz der Meere zu verknüpfen, - den wenig ambitionierten Zeitplan des Kommissionsvorschlags für die Meeresstrategie-Richtlinie durch einen anspruchsvollen Zeitplan einschließlich notwendiger Zwischenziele zu ersetzen? |
| Zustand kommerziell genutzter Bestände in ihren Hauptfanggebieten: Rotbarsch |
| Welche signifikanten Schäden an Populationen von Meeressäugern und Seevögeln sind angesichts der weltweiten Überfischung der Weltmeere in den letzten Jahren festzustellen, und wie stark ist nach heutigen Erkenntnissen der Zusammenhang zwischen Bestandsgrößen von Fischen einerseits und dem Bestand an Seevögeln und Meeressäugern andererseits? |
| Welche Fortschritte gibt es nach Ansicht der Bundesregierung bei der Umsetzung des so genannten OSPAR-Generationsziels, nachdem der Eintrag von Schadstoffen in die Meeresumwelt bis 2020 beendet werden soll, und welche Konsequenzen zieht sie daraus? |
| Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Wirkungen der Einleitung von hormonellen Stoffen über Kläranlagen in die Flüsse und schließlich in die Weltmeere auf die Meeresökosysteme, und welche Konsequenzen zieht sie daraus? |
| Welche Folgen hat der stetig wachsende und immer schnellere Schiffsverkehr für den Umfang des Einschleppens gebietsfremder Arten; hat es hier innerhalb der letzten 30 Jahre eine neue Qualität gegeben, und welche Maßnahmen werden im internationalen Seeverkehr ergriffen, um dem ungewollten Transport von Exoten Einhalt zu gebieten? |
| Begriffsdefinitionen zur Beurteilung von Fischbeständen |
| In welcher Weise haben sich in den letzten 30 Jahren die Hauptfanggebiete bzw. -fangtiefen verlagert, insbesondere nach der Überfischung küstennaher Bereiche? |
| Wie steht die Bundesregierung zur so genannten Industrie- oder Gammelfischerei, bei der die Meere unselektiv durchpflügt werden, um die gefangenen Meerestiere zu Fischmehl und -öl zu verarbeiten, das an landwirtschaftliche Nutztiere oder in der Aquakultur verfüttert wird? |
| Wie hoch schätzt die Bundesregierung den prozentualen Anteil an Beifang bei Speisefischen? |
| Zustand kommerziell genutzter Bestände in ihren Hauptfanggebieten: Hering |
| Welchen Trend sieht die Bundesregierung in den letzten 30 Jahren hinsichtlich der mittleren Längen der Fischbestände (Scholle, Flunder, Seezunge, Kabeljau, Dorsch, Schellfisch, Rotbarsch, Schwarzer Heilbutt, Seelachs, Hering, Makrele) im Hinblick auf die Sicherung ihrer generativen Folge, und wie beurteilt die Bundesregierung unter diesen Gesichtspunkten den Erfolg technischer Maßnahmen in diesem Zeitraum, wie neue Fangtechniken oder größere Netzmaschen? |
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